CHORbüronews
... der Chor-Newsletter des Bundesmusikverbands Chor & Orchester e.V.

Newsletter Nr. 3/2019

Inhalt

Bundespräsident lud zum Dankeschön in die Villa Hammerschmidt
Umfrage zu Chorverwaltung: Office-Programme versus Spezialsoftware
Marktoberdorf: Spitzenniveau beim Internationalen Kammerchor-Wettbewerb
CEK gründet AG Chor- und Singarbeit mit Kindern und Jugendlichen
Chordirektor: Richtlinien für Leistungstitel aktualisiert
Chor, komm! – Branchentreff im September erstmals in Hannover
Neues Kompendium: Das ganze Musikleben in Deutschland
Und nächstes Jahr an die Ostsee ...

Bundespräsident lud zum Dankeschön in die Villa Hammerschmidt

20. Juni 2019, Bonn, Amtssitz des Bundespräsidenten: Punktgenau am Vorabend des "Tages der Musik" hatte das deutsche Staatsoberhaupt mehrere hundert Akteure der Musikszene zum Open-Air-Konzert in den Garten der Villa Hammerschmidt eingeladen. Beim "Höhner Classic" spielte die Kölner Kultband gemeinsam mit der Jungen Sinfonie Köln. "Dieses Konzert soll vor allen Dingen ein großes, ein riesengroßes Dankeschön sein. Ein Dankeschön an alle, die sich in unserem Land für die Musik einsetzen, die Freude am Musizieren vermitteln, und die das oft ehrenamtlich tun", sagte der Bundespräsident. Für den Bundesmusikverband Chor & Orchester waren Präsident Benjamin Strasser MdB (Foto links) und Vizepräsident Christian Finke (rechts) vor Ort und nahmen den Dank Frank-Walter Steinmeiers gern entgegen.

Dieser adressierte explizit die vielen "Frauen und Männer, die Chöre und Orchester leiten oder an Schulen und Musikschulen unterrichten, Menschen, die sich in den Städten und auf dem Land in ganz unterschiedlichen Musikvereinen engagieren und natürlich Sängerinnen und Sänger, Musikerinnen und Musiker aus allen Generationen". Steinmeier bestätigte: "Sie alle tragen mit dazu bei, dass wir in unserem Land eine reiche, eine vielfältige Musiklandschaft haben. Und dafür Ihnen allen ganz, ganz herzlichen Dank." Die ganze Rede des Bundespräsidenten kann man hier abrufen.

Umfrage zu Chorverwaltung: Office-Programme versus Spezialsoftware

"Verwaltung im Chor: Brieftaube oder E-Mail?" – Unter diesem provokativen Titel hat der Verband Deutscher KonzertChöre seine Mitglieder befragt, wie und mit welchen Hilfsmitteln sie sich im Büro organisieren. Der Rücklauf aus über 100 Chören macht deutlich: Vielen ist die Frage nach sicherer und intuitiv nutzbarer Software zur Vereinsverwaltung ein großes Anliegen. Häufig wurden der finanzielle Aspekt, die Erleichterung bei Amtsübergaben durch eine einheitliche Datenstruktur und die Frage nach der Datensicherheit besonders bei webbasierten Programmen aufgeworfen.

Für die Chöre sind Systeme interessant, die die Planung von Terminen, Proben und Konzerten, Repertoire, Fristen, Beteiligung sowie die Erfassung der Lernstände, Verwaltungs- und Archivierungsmöglichkeiten wie die Verfügbarkeit von Konzertprogrammen etc. erlauben. Darüber hinaus bekommt die Einrichtung von internen Bereichen auf der Website immer mehr Bedeutung, in denen Interna, Protokolle, Fotos, Mitgliederlisten, Infos und Downloads verwaltet werden. 

Bei den Umfrageergebnissen fällt auf, dass zwei Drittel der Chöre gar keine Spezialsoftware nutzen, weil ein hoher Preis und eine hohe Komplexität angesichts der (geringen) Chorgröße dagegen sprechen. Sie setzen stattdessen die gängigen Office-Programme (Word, Excel & Co.) für die Vereinsverwaltung ein. 5% nutzen überhaupt keine Software. Vier von fünf Computernutzern arbeiten klassisch mit lokal installierten Programmen, lediglich 14% vertrauen internetbasierten Systemen und Apps. Der größte Teil der Chöre erledigt die Verwaltungsaufgaben selbst, also mit "eigenen" Menschen, statt sie extern zu beauftragen. Und während die Finanzen vorwiegend von einer Person betreut werden, liegt die Mitgliederverwaltung meist in mehreren Händen. 

Ziel der VDKC-Umfrage war auch, die Verantwortlichen für das Thema überhaupt zu sensibilisieren. Wer den folgenden Link zu den Ergebnissen der Umfrage klickt und nachliest, wer was warum nutzt, trägt schon dazu bei. Wichtige Rückschlüsse und ein zusammenfassendes Fazit runden die Umfrageauswertung dort ab.

Marktoberdorf: Spitzenniveau beim Internationalen Kammerchor-Wettbewerb

Beim diesjährigen Pfingstfestival im Allgäu sangen die 14 teilnehmenden Chöre aus zehn Ländern und drei Kontinenten nach einhelliger Meinung von Jury und Beobachtern auf außerordentlich hohem Niveau. Den ersten Preis erhielt der Universitätschor aus Los Baños, 70km südlich von Manila (Foto: Bertram Maria Keller). Im Ranking folgen auf Platz 2 Imusicapella (Imus, ebenfalls Philippinen) sowie New Dublin Voices (Dublin, Irland) auf Platz 3. Die vollständige Ergebnisliste und Sonderpreise hier.

Neben dem herausragenden Abschneiden der philippinischen Chöre fiel auf, dass sich alle Teilnehmer in der zweiten Wettbewerbsrunde noch weiter steigern konnten. Nachdem Pflichtwerk (Johann Hermann Schein: Die mit Tränen säen) und Epochenvorgaben erledigt waren, kam in der "Kür" fast ausschließlich Literatur des 21. Jahrhunderts zu Gehör – eindeutig Trend in der weltweiten Chorszene! Bemerkenswert auch, dass des Öfteren Jazzharmonien im ansonsten ja klar "klassisch" geprägten Programm zu vernehmen waren sowie Lautimitationen des Waldes (der dann in Asien auch eindeutig anders klingt als in Europa). Durchaus kritisch hinterfragte der Juryvorsitzende Georg Grün, ob die Globalisierung zeitgenössische Chorkompositionen nicht irgendwie "alle gleich" macht. Immerhin stellte er zufrieden fest, dass im Wettbewerb weniger als früher choreografiert und getanzt wird; das Singen steht ohne Zweifel im Mittelpunkt. Zum Trends-Hören, zum Musik-Genießen, zum Kontakte-Knüpfen und -Pflegen, zum fröhlichen Feiern waren die Pfingsttage in Marktoberdorf einmal mehr ein Gewinn. Man darf sich schon aufs nächste Mal freuen: vom 21. bis 26. Mai 2021.

CEK gründet AG Chor- und Singarbeit mit Kindern und Jugendlichen

Der Chorverband in der Evangelischen Kirche in Deutschland richtet eine Arbeitsgruppe zur Chor- und Singarbeit mit Kindern und Jugendlichen ein. Das hat der Zentralrat Ende Mai bei seiner Jahressitzung beschlossen und will damit die musikalische Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen innerhalb der evangelischen Kirche sichtbarer machen, den Austausch zu Fachfragen, Themen und Projekten intensivieren und die einzelnen Landeskirchen und -verbände mit fachlichem und methodischem Know-how unterstützen. Andere kirchliche und weltliche Dachverbände auf Bundesebene und Partner bekommen damit zugleich kompetente Ansprechpartner auf evangelischer Seite zum Thema Kinder- und Jugendchöre.

Die Koordination und Leitung übernimmt die Fachbeauftragte für Chor- und Singarbeit in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen, Martina Hergt. Die neue AG wird am 24. September 2019 in Leipzig erstmals zusammenkommen. 

Der CEK ist Dachverband landeskirchlicher und anderer Chorwerke und Chorverbände im Bereich der EKD und vertritt die evangelische Chorarbeit auf Bundesebene. Mit über 400.000 Sängerinnen und Sängern in rund 21.000 Chören – davon rund 4.500 Kinder- und Jugendchöre – ist er zahlenmäßig einer der stärksten Chorverbände in Deutschland. (Foto: S. Hofschläger/Pixelio)

Chordirektor: Richtlinien für Leistungstitel aktualisiert

Seit seiner Einführung 1969 wurde der Titel "Chordirektor BDC" (bis 2012: "Chordirektor ADC") bisher 625 Mal verliehen. Er ist kein Ehrentitel etwa für langjährige Dienste, sondern ein Zertifikat, das herausragende Leistungen beim Chordirigieren voraussetzt. Somit stellt es eine an der Praxis orientierte Ergänzung oder Alternative zu Diplomen und anderen Abschlüssen musikalischer Aus- und Fortbildung dar. Analog zum neuen Namen des zertifizierenden Verbands heißt die Auszeichnung jetzt neu „Chordirektor BMCO".

Der Verleihung geht ein Prüfungsverfahren voraus, das im Zuge des neuen Namens auch inhaltlich geringfügig aktualisiert wurde. So können nun auch Programme der populären Chormusik bewertet und damit neben den "klassischen" auch Chorleiter von Jazz-, Pop-, Gospel- oder Barbershop-Chören ausgezeichnet werden. Die vollständigen neuen Richtlinien sind online nachzulesen und stehen zum Download bereit. Nach erfolgreichem Verlauf des Prüfungsverfahrens erhält der Bewerber eine Urkunde (Foto) und ist dann berechtigt, den Titel Chordirektor BMCO zu seinem Namen zu führen.

Chor, komm! – Branchentreff im September erstmals in Hannover

Alle zwei Jahre ruft der Deutsche Chorverband die ganze Szene zur chor.com zusammen. Der Branchentreff ist Kongress, Ausstellung, Dialogforum und Konzertfestival zugleich und findet in diesem Jahr vom 12. bis 15. September statt. Austragungsort war bislang stets Dortmund, nun ist es erstmals die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover. Dazu Moritz Puschke, künstlerischer Leiter der Großveranstaltung: "Für mich war es das größte Lob, dass Hannover von sich aus auf den Deutschen Chorverband zugekommen ist und die chor.com in die Stadt holen wollte. Das zeigt, dass das Format mittlerweile auch überregional etabliert ist und nicht nur mit eingespielten Partnern funktioniert. Wir haben so die Möglichkeit, unseren bisherigen Erfolg zu hinterfragen und das Konzept weiterzuentwickeln." 

Das Konzept lässt sich als "Dreiklang" aus Konzerten, Workshops und dem Forum beschreiben. Forum: Im chor.com-Forum sind alle Fachteilnehmer/-innen und Besucher/-innen zu Diskussionen, Präsentationen und Offenen Singen eingeladen. Während der vier Veranstaltungstage gibt es eine Ausstellung von Verlagen, Anbietern und Institutionen. Der Eintritt ist frei. Workshops: Mehr als 150 Workshops, Masterclasses, Coachings und Reading Sessions für alle musikalischen Genres, Ensembleformen und Leistungsstufen laden dazu ein, Anregungen zu tanken und Neues auszuprobieren – in der ganzen thematischen Breite von Alter Musik bis Beatboxing. Konzerte: Abends finden rund 30 Konzerte in Hannovers Sälen, Kirchen und Clubs statt. Bis zum 31. August können sich Interessierte als Fachteilnehmer/-innen anmelden und Workshop-Plätze reservieren. Zwei-Tages-Tickets für Workshops und Konzerte kosten zwischen 80 und 150 Euro, für alle vier Tage 160 bis 295 Euro. Alle Infos auf der Website, deren Adresse genauso heißt wie die ganze Veranstaltung: chor.com

Neues Kompendium: Das ganze Musikleben in Deutschland

Deutschland ist mit seinem reichen kulturellen Erbe und einer lebendigen Musikszene ein Land der Musik. Millionen Menschen singen in Chören oder spielen ein Instrument. Musiktheater, Orchester, Ensembles und Bands sorgen für ein abwechslungsreiches musikalisches Angebot. Beinahe täglich sind die verschiedensten Genres, Stile und Musikkulturen zu erleben. – Das Deutsche Musikinformationszentrum des Deutschen Musikrates hat ausgewählte Fakten zum "Musikleben in Deutschland" wie diese in einem Kompendium gebündelt, das im April neu erschienen ist. Das fünf Zentimeter dicke und eineinhalb Kilo schwere Werk (620 Seiten, 14,8 x 21cm, Paperback, ISBN 978-3-9820705-0-6) ist für 10 Euro online erhältlich. Online kann man auch schon mal einen Blick ins Buch werfen, das im Übrigen 22 Fachbeiträge, 42 Statistiken und Grafiken, 13 topografische Darstellungen und über 400 Abbildungen bereithält.

Das Buch beschreibt zentrale Bereiche der Musik in ihren Entwicklungen, von der musikalischen Bildung über das Amateurmusizieren und die professionelle Musikausübung bis hin zur Musikwirtschaft. Klar, dass uns die Seiten 160 bis 187 über das Amateurmusizieren besonders interessiert haben. Die Autorin Astrid Reimers gibt darin einen aktuellen Überblick über die vielfältige Szene von rund 14 Millionen Aktiven, beleuchtet sie auch außerhalb etablierter Verbandsstrukturen und konstatiert zutreffend: Die Chor- und Ensemblelandschaften differenzieren sich immer weiter aus. Viele Gruppierungen sind auf bestimmte Stilrichtungen und Repertoires, einzelne Altersgruppen oder ein soziales Umfeld "spezialisiert". Häufig ersetzen auch projektbezogene Ensembles die vielerorts einst langfristig verbindlichen musikalisch-sozialen Bindungen ...

Und nächstes Jahr an die Ostsee ...

Der nächste Sommer kommt bestimmt. Und mit ihm wieder die Internationale Jugendkammerchor-Begegnung Usedom des AMJ. Seit 1996 ist das Format zu einem der beliebtesten Jugendchor-Festivals geworden: Alle zwei Jahre kommen Jugendchöre aus ganz Europa zusammen auf die wunderschöne Ostseeinsel Usedom. Vom 10. bis 19. Juli 2020 erarbeiten rund 250 Sängerinnen und Sänger gemeinsam mit drei internationalen Jugendchorleiter-Profis neue Literatur, erkunden die Badeinsel Usedom und geben gemeinsame Konzerte, mit dem Abschlusskonzert in der St.-Petri-Kirche Wolgast als Höhepunkt der Begegnung. Die Leitung der Ateliers übernehmen im nächsten Jahr Cécile Mathevet-Bouchet (Frankreich / gemischter Jugendchor), Christoffer Holgersson (Schweden / gemischter Jugendchor) und Voicu Popescu (Rumänien / Mädchenchor).

Teilnehmen können Mädchenchöre und gemischte Jugendchöre mit Sängerinnen und Sängern bis 26 Jahre. Sie werden in der Jugendherberge „Strandgut“ in Trassenheide untergebracht, nur 100 Meter entfernt vom Sandstrand. Die Teilnahmegebühr beträgt zwischen 215 und 330 Euro pro Person und umfasst Unterkunft, Verpflegung, die Atelierteilnahme sowie Noten; die Reisekosten trägt der Chor. Mehr Infos auf der Website des AMJ. Dort kann man seinen Chor auch gleich online anmelden, auch wenn dafür noch bis zum 15. Dezember 2019 Zeit ist.

Impressum

Bundesmusikverband Chor & Orchester e.V.
Geschäftsstelle Berlin
Ortrudstr. 7
12159 Berlin
+49 30 60980781-0
newsletter@chorverbaende.de

www.chorverbaende.de

V.i.S.d.P.: Niklas Dörr, Geschäftsführer

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