COAPPARATION

Virtual Arbeitszimmer Kalender Kontakt Instagram English

Konstanze Spät

ist Künstlerin, Fotografin und Filmemacherin. Sie entwickelt Räume, Situationen und Szenarien, in denen sie Themen im Bereich von Körper- und Machtpolitken verhandelt. Das geschieht meistens in Form von komplexen, sinnlichen Rauminstallationen, welche die betrachtende Person aus ihrer distanzierten Rolle herauslocken und sie zu einem aktiven Teil eines ephemeren Biotops werden lassen.

Neben ihrer künstlerischen Arbeit ist sie auch immer wieder in verschiedenen kollektiven, kuratorischen Projekten tätig, wie: The City and the City (Köln, 2017), ZEFAK (Bremen, 2018) All of a Jitter (Tokio, in Vorbereitung)

Im Projekt Scenes of Osillation beschäftigt sie sich mit verschieden restriktiven und subversiven Potenzialen von Migration und Integration.

Projekt

SCENES OF OSCILLATION

DAS LIVE-ONLINE-PROGRAMM FINDET HIER STATT.
Für mehr Informationen zum Programm im Kalender.

In the cause of silence, each of us draws the face of her own fear –
fear of contempt, of censure, or some judgement, or recognition,
of challenge, of annihilation.
But of all, i think, we fear the visibility without which we cannot truly live.

Audre Lorde: Scratching the Surface – Some Notes on Barriers to Women and Loving, Sister Outsider, Crossing Press, 1984

OSZILLATION
Latein_ Schwingen, Schaukeln, Schwanken

Ein Zustand ständigen Austarierens.

Foto_ Konstanze Spät

PROLOG_ EINGEGLIEDERT, INTEGRIET, HERAUSGERÜCKT

Als Migrantenkind, als weiße Person mit „Migrationshintergrund”, als Kind sogenannter „Spätaussiedler*innen”, bin ich das Produkt der Integrationsanstregungen meiner Eltern und Großeltern. Ein Ebenbild eines kolonialem, hegemonialem Identitätsmodells.
Ich habe keinen Akzent beim Deutschsprechen und bin, wie erwartet, einen klassischen akademischen Weg gegangen. Weder mein Ausweis noch meine Geburtsurkunde tragen Hinweise von einer anderen Herkunft in sich. Und auch meine körperliche Erscheinung würde selbst den dümmsten Nazi in seinen arischen Wahnvorstellungen nicht stören.

Im Stillen und befeuert von Scham und Angst integrieren wir uns. Mal durch bewusste Entscheidungen, mal unbemerkt einschleichend.
Im Integrationsprozess werden Abhängigkeitsverhältnisse geschaffen: Wenn du nicht versuchst, zu sein wie ich, bist du raus. Darfst du nicht mitspielen. Ein gemeinsamer Prozess ist ausgeschlossen. Kann man die Integration als Gegenteil der Kooperation lesen?

FRAGEN

Wie schreiben sich Erfahrungen von Migration, Wanderung, Vertreibung und Deportation in unsere Körper ein? Und wie werden diese an die nächste Generation, verschont von der Erfahrung, weitergegeben?
An welchen Stellen können wir ihnen nachspüren und sie aus ihrer Unsichtbarkeit herauslösen?

VOR ORT

Scenes of Oscillation ist ein Soundpiece, welches erlebten als auch vererbten Migrations- und Integrationserfahrungen klanglich nachgeht. Akustisch und sprachlich werden diese (re)konstruiert, kritisch hinterfragt und umgedichtet.

Im Arbeitszimmer des thealit wird weiter recherchiert, geforscht und experimentiert.
Das Sprechen, Erzählen, Zu- und Hinhören soll Geschichten/Stories aufleben lassen, um Geschichte/History erweitern, ausdehnen und sprengen, sodass ein pluraler Kanon entstehen kann.

Stay tuned! (Auf den bekannten Kanälen… wie fkl_thealit)

LIVE PROGRAMM

06.01.2021 - 20 Uhr
FIRST PREVIEW: SOUND PIECE “SCENES OF OSCILLATION”

Zum Start des Programms ist eine Performance mit einem Sound Piece von SCENES OF OSCILLATION mit Live Einspielungen aus dem Arbeitszimmer thealit zu hören. Konstanze Spät arbeitet zu einer Zone, wo etwas zwischen scheinbar greifbarer Kommunikation und gar nicht so greifbarem Affekt schwingt. Der Inhalt verlässt sich auf den Klang. „Die Klangkulisse bilden verschiedene Sprachräume (Russisch, Deutsch, Englisch) und die Körper, mit denen ich in diesem Projekt interagiere (Styropor, Klebeband, Glas, Fruchtkerne und -stiele),” notiert Konstanze Spät.
Now, listen carefully! –– auch auf die dabei verwendeten Texte, die bereits seit Dezember, während des Atelierstipendium entstanden sind.

Tune in here -> https://www.mixcloud.com/live/kxtanz/

Einen weiteren Part des SCENES OF OSCILLATION-Programms bilden auf Englisch geführte live Online-Gespräche mit Künstlerinnen/Autorinnen/Aktivistinnen, die dann nacheinander als Podcasts auf Sendung gehen werden. Konstanze Spät hat jee chan, Alexandra Tatar und Aizda Arystanbek für Online Conversations eingeladen, um dialogische Verbindungen zwischen den verschiedenen Praxen zu stiften, die sich jeweils mit Migrationserfahrung auseinandersetzen.

07.01.2021 - 20 Uhr
ONLINE CONVERSATION WITH JEE CHAN
body-knowledges, diaspora and the invisible

Webseite Jee Chan: www.zuntukyun.com
Webseite Jee Chan: www.zuntukyun.com

Heute spricht Konstanze Spät mit jee chan, künstlerin, tänzerin und choreograf*in, aus Singapur/Berlin.

Im Ansatz von jee chan geht es um das, „was immer schon da ist (groß und wahr, direkt unter der Oberfläche)”, sedimentierte Geschichte (post)kolonialer Macht, Geschichten von Flucht und Vetreibung in diasporischen Körpern, wie die Flucht der Großmutter vor der japanischen Invasion über das Meer bis nach Singapur. jee chan nutzt öffentliche Interventionen, Videoinstallationen, Noise-Konzerte, Skulpturen, Fotografie, Texte, Performances und mehr.

13.01.2021 - 20 Uhr
ONLINE CONVERSATION WITH ALEXNADRA TATAR
a conversation on scenes of o - autotopography, the migrant body and memory

Webseite Alexandrea Tatar: www.alexandratatar.at
Webseite Alexandrea Tatar: www.alexandratatar.at

Am. 13. Januar unterhält sich Konstanze Spät mit Alexandra Tatar. (Von ihr als Co-Stipentiatin im COAPPARATIONs-Programm)

Die rumänische Künstlerin, die in Wien lebt und arbeitet, beschäftigt sich mit Prozessen des „Becoming” von menschlichen und nicht-menschlichen Subjekten, mit (Inter)Relationen wie denjenigen zwischen rumänischen Gastarbeiter*innen und den Verträgen zwischen Ost und West in den 1970er Jahren. Können persönliche Erzählungen zur Migration hier strukturelle Erkenntnisse fördern?

14.01.2021 - 20 Uhr
ONLINE CONVERSATION WITH AIZADA ARYSTANBEK
colonial heritage of the russian empire, decolonialisation and solidarity

Webseite Aizda Arystanbek: https://arystanbekaizada.com
Webseite Aizda Arystanbek: https://arystanbekaizada.com

Gesprächspartnerin von Konstanze Spät ist heute Aizda Arystanbek. Sie arbeitet wissenschaftlich zu gender-basierter Gewalt und Nationalismus und an der Dekolonisierung der Wissenschaft: kurzum am Umsturz patriarchaler Strukturen. Sie erklärt „Borat profits from Kazakhstan's name, we don't.” Dass die intersektionale Feministin aus Kasachstan nicht zu denjenigen gehört, die die filmischen Borat-Satiren des Sacha Baron Cohen als antipatriarchale Entlarvung der USA goutieren, zeigt: Vor allem geht es hier um das Wie. Wie gegen die Gewalt der Nicht-Repräsentation, der symbolischen Auslöschung angehen? "As a feminist scholar I do want to have my own country, my own ground in the ever-expanding sea of feminist thought."

15.01.2021 - 20 Uhr
Live SOUND PERFROMANCE
“SCENES OF OSCILLATION”

Eine Wiederholung des Startpunkts und für alle, die mehr und nochmals alles wollen, noch eine Live-Performance von SCENES OF OSCILLATION, zum Abschluss ihrer Zeit im thealit Arbeitszimmer.

Konstanze Spät arbeitet zu einer Zone, wo etwas zwischen scheinbar greifbarer Kommunikation und gar nicht so greifbarem Affekt schwingt. Der Inhalt verlässt sich auf den Klang. ?Die Klangkulisse bilden verschiedene Sprachräume (Russisch, Deutsch, Englisch) und die Körper, mit denen ich in diesem Projekt interagiere (Styropor, Klebeband, Glas, Fruchtkerne und -stiele),? notiert Konstanze Spät.

Alle Live-Sendungen werden hier zu hören sein: -> https://www.mixcloud.com/live/kxtanz/
Tune in!