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1. Superwahljahr 2021 – Perspektiven für die Kultur?
2. Kulturelle Fort- und Weiterbildungen müssen neu gedacht werden
3. Dirigentenforum: Verbotene „Carmen“ im Live-Stream
4. Jugend musiziert bringt mit „JumuTV“ das Wettbewerbsgeschehen nach Hause
5. Dirigentenforum: 21 neue Talente erhalten Förderprogramm
6. Bewerbungsschluss für Förderprogramm Landmusik am 14. Mai
7. Musikfonds e.V.: Förderung für Ensembles und Bands der zeitgenössischen Musikszene
8. #DMRLouderTogether: Endspurt beim Junge Ohren Preis #15
Impressum
 
 
1. Superwahljahr 2021 – Perspektiven für die Kultur?
 
 
 
 
 
 
 
 
 

In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben die Landtagswahlen für die Kultur zu unterschiedlichen Ergebnissen in den Koalitionsverträgen geführt. Während der Landesmusikrat Baden-Württemberg den neuen Koalitionsvertrag als starkes Zeichen für die Musik bewertet, übt der Landesmusikrat Rheinland-Pfalz Kritik am künftigen Ressortzuschnitt für die Kultur sowie an nicht eingehaltenen Wahlversprechen.

Hierzu Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates: „Mit sechs Landtagswahlen und der Bundestagswahl stehen in diesem Jahr so viele Parlaments- und Regierungsneubildungen wie schon lange nicht mehr an. Das Kulturleben und die Menschen, die es gestalten, sind mit am stärksten von der Pandemie betroffen: Dies hat die ‚Eiszeit‘-Studie des Deutschen Musikrates und des Zentrums für Kulturforschung deutlich gemacht. Auch für die kommenden Jahre ist demnach mit dramatischen Einbrüchen in der kulturellen Infrastruktur zu rechnen. Umso wichtiger ist es, jetzt die Weichen für ein von Kultureller Vielfalt geprägtes Kulturleben zu stellen. Dazu braucht es Taten und nicht nur Ankündigungen. So zuversichtlich der Koalitionsvertrag in Baden-Württemberg stimmt, so besorgniserregend ist daher der geplante Ressortzuschnitt in Rheinland-Pfalz, die Kultur als Appendix im ‚Ministerium für Familien, Frauen, Kultur und Integration‘ anzuhängen. Diese Verortung entspricht nicht der kulturellen und gesellschaftlichen Bedeutung der Querschnittsaufgabe Kultur. Die sinnstiftende Funktion der Kultur für den Einzelnen wie für den gesellschaftlichen Zusammenhalt braucht ein starkes Ministerium, das als Querschnittsressort seine Aufgabe auf Augenhöhe mit den anderen Ressorts wahrnehmen kann.“

Hierzu Peter Stieber, Präsident des Landesmusikrates Rheinland-Pfalz: „Die Zuordnung der Kultur in Rheinland-Pfalz zum Familienministerium und die Tatsache, dass der mit Abstand finanziell gewichtigste Bereich, die Generaldirektion Kulturelles Erbe, nicht mehr Teil des Kulturessorts ist, sondern dem Innenministerium zugeschlagen wird, sind für mich besorgniserregende Signale. Dass außerdem das von den drei Koalitionsparteien vor der Wahl als notwendig erachtete Kulturfördergesetz nicht Bestandteil des Koalitionsvertrags wurde, ist eine große Enttäuschung für die gesamte Kulturszene des Landes. Wir hoffen dennoch auf einen konstruktiven Dialog mit der neuen Landesregierung, der den Eindruck der geringen politischen Wertschätzung der Kultur revidiert. Dies vor dem Hintergrund der schwersten Krise für die Kultur in unserem Land seit 75 Jahren.“

Hierzu Prof. Dr. Hermann Wilske, Präsident des Landesmusikrates Baden-Württemberg: „Ich vermag mich an keinen Koalitionsvertrag aus den letzten Jahrzehnten zu erinnern, in dem der Musik eine derart intensive Förderung zugekommen wäre. Die Erhöhung der Landeszuwendungen für die Musikschulen auf 15 %, die beabsichtigte Anhebung der Pauschalen für Chor- und Orchesterleiter/innen in der Amateurmusik und die Einrichtung zweier weiterer Hochbegabtengymnasien Musik in Freiburg und Mannheim seien stellvertretend erwähnt. Alle genannten Maßnahmen stellen zudem keine kurzfristige Projektförderung dar, sondern tragen vielmehr ebenso substanziell wie langfristig zum Erhalt und weiteren Ausbau des Musiklandes Baden-Württemberg bei.“

Der Landesmusikrat Rheinland-Pfalz setzt sich als Dachverband für die Interessen von mehr als 500.000 musizierenden Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzern ein und macht sich derzeit u.a. für ein Kulturfördergesetz in Rheinland-Pfalz stark. Der Landesmusikrat Baden-Württemberg repräsentiert die Interessen von 1,6 Millionen musizierenden Menschen in Baden-Württemberg. Beide Landesmusikräte sind, wie die anderen 14 Landesmusikräte, Mitglied im Deutschen Musikrat.

 
 
 
 
 
 
 
 
2. Kulturelle Fort- und Weiterbildungen müssen neu gedacht werden
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion für das WDR3 Forum haben die Akademie der Kulturellen Bildung und die Landesmusikakademie NRW am 07. Mai gemeinsam die Zukunft von Fort- und Weiterbildungen im kulturellen Bereich in den Blick genommen. Die Diskussion mit dem Titel „Präsenz oder Online – was bleibt?“ wurde von Dr. Michael Köhler moderiert. Es diskutierten Dr. Peter Buhrmann, Geschäftsführer des Verbands der Bildungszentren im ländlichen Raum, Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates, Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, Prof. Dr. Susanne Keuchel, Direktorin Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW, Präsidentin Deutscher Kulturrat und Vorsitzende Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung und Antje Valentin, Direktorin Landesmusikakademie NRW, Sprecherin des Verbands der Bundes- und Landesmusikakademien in Deutschland, darüber, wie sich Weiterbildungsformate durch die Digitalisierung verändern und welche Perspektiven sich daraus für ein lebenslanges Lernen bieten.

Die Podiumsrunde nahm zudem die Situation in der musikalischen Aus- und Weiterbildung während der Corona-Pandemie in den Blick. Höppner sagte hierzu: „In der Corona-Zeit stellte die Verlagerung etwa von Vokal- und Instrumentalunterricht in den digitalen Raum für viele Musikpädagoginnen und –pädagogen eine Überbrückung dar. Dennoch haben wir seit März 2020 im Verstummen der Kultur vor allem auf drastische Weise erfahren und gelernt, dass das Live-Erlebnis durch nichts zu ersetzen ist – sei es das gemeinschaftliche Konzerterlebnis, die Proben der vielen Amateurmusikensembles oder der direkte Austausch von Lehrenden und Lernenden an Musikschulen, Musikhochschulen und im Weiterbildungsbereich.“ Die vollständige Diskussionsrunde können Sie hier nachhören.

 
 
 
 
 
 
 
 
3. Dirigentenforum: Verbotene „Carmen“ im Live-Stream
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Am Dienstag, den 18. Mai um 19:00 Uhr dirigieren drei Stipendiaten des Dirigentenforums die Dortmunder Philharmoniker im Live-Stream aus dem Konzerthaus Dortmund. Auf dem Programm steht Rodion Shchedrins „Carmen-Suite“, die von der sowjetischen Kulturpolitik 1967 verboten wurde. Der Generalmusikdirektor der Dortmunder Philharmoniker, Gabriel Feltz, studiert das Werk mit den Nachwuchsdirigenten als Künstlerischer Leiter eines Dirigierkurses ein. Der Livestream ist hier bis zum 19. Mai 2021 abrufbar.

 
 
 
 
Chanmin Chung (2. Kapellmeister am Theater Erfurt), Artem Lonhinov (Student an der HfMT München) und Harutyun Muradyan (Student an der RSH Düsseldorf) dirigieren die Dortmunder Philharmoniker © Lutz Edelhoff/ Lonhinov/ Theresa Rothwangl
 
 
 
 
4. Jugend musiziert bringt mit „JumuTV“ das Wettbewerbsgeschehen nach Hause
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Damit Interessierte den digitalen 58. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ 2021, ein Projekt des Deutschen Musikrates, mitverfolgen können, wird vom 22. bis 26. Mai „JumuTV“ auf dem YouTube-Kanal von „Jugend musiziert“ auf Sendung gehen. Neben Wertungsvideos von Preisträgerinnen und Preisträgern sind dort auch Interviews und Beiträge rund um den diesjährigen Wettbewerb und Wissenswertes über die Gastgeberstädte Bremen und Bremerhaven zu finden, die einen Blick hinter die Kulissen des Bundeswettbewerbs bieten. Außerdem sind Workshops zu Themen wie Musikermedizin auf dem Kanal abrufbar.  

Von den 15.000 Kindern und Jugendlichen, die sich bei „Jugend musiziert“ auf der Regionalebene angemeldet hatten, haben sich 2.250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit 1.730 digitalen Wettbewerbsbeiträgen für den Bundeswettbewerb der Solo- und Duo-Kategorien qualifiziert. Da das Pandemiegeschehen die Austragung der Wertungsspiele in Präsenz nicht zulässt, ist der Bundeswettbewerb in seiner 58-jährigen Geschichte erstmals zweigeteilt: Über Pfingsten werden alle ausgeschriebenen Solo- und Duo-Kategorien als Video-Wettbewerb gewertet. Ensemblekategorien mit in der Regel mehr als zwei Teilnehmenden, die derzeit oft weder gemeinsam proben noch Videos aufnehmen können, sollen im September in Bremen nachgeholt werden, dann – sofern möglich – als Präsenzwettbewerb. Vom 20. bis zum 26. Mai werden 140 Jurorinnen und Juroren, aufgeteilt auf 31 Jury-Gremien, in Bremen und Bremerhaven die 1.730 Wertungsspiel-Videos der Solo- und Duo-Kategorien hörend und sehend auf sich wirken lassen und beurteilen.

Der 59. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ wird vom 02. bis 09. Juni 2022 in Oldenburg zu Gast sein. Zu „JumuTV“  gelangen Sie vom 22. bis 26. Mai über den YouTube-Kanal von „Jugend musiziert“ oder über die Website von Jugend musiziert.

 
 
 
 
© Susanne Fliess
 
 
 
 
5. Dirigentenforum: 21 neue Talente erhalten Förderprogramm
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Das Dirigentenforum des Deutschen Musikrates nimmt in diesem Jahr sechs Chordirigentinnen und -dirigenten sowie 15 Orchesterdirigentinnen und -dirigenten in sein Förderprogramm auf. Bedingt durch die Corona-Pandemie wurden die Nachwuchstalente aus zwei Bewerbungsjahrgängen (2020 und 2021) erstmals vorwiegend per Online-Verfahren ausgewählt. Einzige Ausnahme war das Vordirigat beim Kammerchor der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart: Ein aufwändiges und erprobtes Hygienekonzept ermöglichte das Vordirigat für die Bewerbungen aus 2020 vor Ort. Über die anderen Neuaufnahmen für die Jahre 2020 und 2021 wurde anhand der eingereichten Videos und eines persönlichen Gesprächs mit der jeweiligen Jury entschieden.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Dirigentenforums erwartet ein umfangreiches Arbeitsprogramm mit professionellen Orchestern und Chören. Jährlich finden rund zwanzig Meisterkurse statt, die von erfahrenen Mentorinnen und Mentoren geleitet werden und den Dirigentinnen und Dirigenten die Möglichkeit bieten, sich unter professionellen Bedingungen weiterzuqualifizieren. Assistenzen, Förderkonzerte, Preise und Stipendien ergänzen das Förderangebot. Eine vollständige Namensliste der Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie der Jurymitglieder finden Sie hier.

 
 
 
 
Der Kammerchor der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart beim Auswahldirigieren unter der Leitung von Agnes Schnabl © Dirigentenforum
 
 
 
 
6. Bewerbungsschluss für Förderprogramm Landmusik am 14. Mai
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Letzte Chance, sich für das Förderprogramm Landmusik zu bewerben! Die Bewerbungsfrist endet am 14. Mai. Die Projektförderung Landmusik von Deutschen Musikrat, durchgeführt mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, richtet sich sowohl an Profis als auch an Amateure und unterstützt Unternehmungen, die Musik im ländlichen Raum erlebbar machen und die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Region stärken. Das können beispielsweise ein klassisches Scheunen-Konzert, ein Wettbewerb von Schüler/innenbands, ein Erlebnispfad zu musikalischen Inspirationsorten oder Übungsräume in ungenutzten Gebäuden sein. Entscheidend dabei ist, dass sich das Projekt auf einen konkreten ländlichen Ort bezieht und für jeden zugänglich ist. Projekte können mit 2.000 bis maximal 10.000 Euro unterstützt werden. Nähere Informationen finden Sie hier.

 
 
 
 
© Pricilla du Preez
 
 
 
 
7. Musikfonds e.V.: Förderung für Ensembles und Bands der zeitgenössischen Musikszene
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Die stipendienartige Förderung des Musikfonds e.V. für Ensembles und Bands zeitgenössischer Musik will die kollektive künstlerische Weiterentwicklung und Zusammenarbeit von bestehenden Formationen ermöglichen und sichern. Bis zum 21. Mai können sich Ensembles und Band der zeitgenössischen Musik bewerben. Die stipendienartige Förderung von 6.000 Euro bis maximal 24.000 Euro wird an Projekte vergeben, deren Umsetzung im Monat Juli 2021 oder später für drei Monate geplant ist. Weitere Informationen zur Ausschreibung finden Sie hier und Anträge können hier eingereicht werden.

 
 
 
 
 
 
 
 
8. #DMRLouderTogether: Endspurt beim Junge Ohren Preis #15
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Am 20. Mai endet die Bewerbungsfrist für den Junge Ohren Preis #15, der vom Netzwerk Junge Ohren e.V. ausgerichtet wird. Der Wettbewerb erkundet das lebendige Laboratorium der Musikvermittlung, dessen Handlungsspektrum sich aktuell um digitale Perspektiven erweitert. Ausgezeichnet wird ein Projekt, das innovativ digitale Technologien in sein Konzept einbezieht, um Musik und/ oder das Konzertleben neu erfahrbar zu machen. Bewerben können sich freie sowie institutionelle Träger aus dem deutschsprachigen Raum (D, A, CH und LU). Weitere Informationen zur Ausschreibung und Online-Bewerbung finden Sie hier.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Impressum
 
 
 
 

Herausgeber

Deutscher Musikrat e.V.
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V.i.S.d.P.

Prof. Christian Höppner
Generalsekretär des Deutschen Musikrates

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Tel +4930 30881020
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